Der Yppenplatz in Ottakring ist einer der lebendigsten Plätze Wiens. Gleich daneben liegt der Brunnenmarkt, rundherum sind Schanigärten, Marktstände und Stimmengewirr in vielen Sprachen. Mittendrin, in der Payergasse 12, liegt das Café Frida, benannt nach der mexikanischen Malerin Frida Kahlo. Die Redaktion hat es an einem Abend und an einem Vormittag besucht, um das Lokal zu beiden Tageszeiten kennenzulernen.
Der erste EindruckEin Name, der etwas verspricht
Wer ein Lokal nach Frida Kahlo benennt, weckt Erwartungen. Wir haben mit einem farbenfrohen Ort gerechnet, und genau den haben wir bekommen. Bunt sind die Tische, die Wände und die Teller, und bunt ist auch der Platz vor der Tür. Das Café Frida hat Flair, ohne bemüht zu wirken. Man setzt sich hin und fühlt sich vom ersten Moment an wohl.

Die AtmosphäreHier ist Leben im Raum
Das Café Frida ist kein Lokal, in dem man allein vor seinem Kaffee sitzt. Bei beiden Besuchen war jeder Tisch besetzt, und an fast jedem sah man lachende Gesichter. Die Gäste essen, trinken und reden miteinander. Diese Stimmung lässt sich nicht inszenieren. Sie entsteht, wenn sich Menschen an einem Ort wohlfühlen.


Frida Kahlo an der Wand, Sonne am Fenster.
Die HausregelNo laptop, just life
Ins Auge gestochen ist uns ein kleiner Sticker auf dem Tisch: „no laptop“. Tatsächlich hat an keinem Tisch jemand gearbeitet. Wir haben bei der Kellnerin nachgefragt, und sie hat uns den Chef an den Tisch geschickt. Onur Eyer ist seit Jahrzehnten in der Gastronomie und hat uns erklärt, was hinter der Regel steckt.
„Das Café Frida ist kein Arbeitsplatz. Es ist ein Platz zum Unterhalten, zum Lachen und zum Kennenlernen.“Onur Eyer, Inhaber des Café Frida
Die Menschen arbeiteten heute ohnehin jede Minute, sagt Onur Eyer. Das Frida soll deshalb ein Ort zum Abschalten und zum Genießen sein. Mit diesen Worten war für uns klar, woher die gute Stimmung kommt. Hier sitzt niemand hinter einem Bildschirm, alle genießen ihr Essen und die Gesellschaft. WLAN gibt es übrigens trotzdem, die Laptops bleiben aber zu.

Zum FrühstückReich, regional und bio
Zum Frühstück haben wir „Fridas Best“ bestellt, das große Frühstück des Hauses, und es war ausgezeichnet: reichhaltig, schön angerichtet und geschmacklich auf hohem Niveau. Vieles auf dem Teller ist bio und kommt aus der Region, und das schmeckt man. Das Fleisch kommt vom Bio-Betrieb Höllerschmid, die Milchprodukte von der NÖM, und auch die Eier sind bio und stammen aus Niederösterreich.

Die Karte bietet deftige, vegetarische und vegane Frühstücke, dazu guten Kaffee. Serviert wird täglich bis 15 Uhr, wer gern länger schläft, muss also auf nichts verzichten. Am Wochenende empfiehlt sich eine Reservierung, denn dann ist das Frida zur Frühstückszeit besonders gut besucht.




Am AbendCocktails um 9,90 Euro
Am Abend wird aus dem Café eine Bar. Wir haben Cocktails getrunken, und die Qualität war ausgezeichnet. Der Preis hat uns überrascht: Ein Cocktail kostet 9,90 Euro. Für Wien ist das heute ein bemerkenswerter Preis, noch dazu bei dieser Qualität. Gemixt wird frisch und ohne Fertigmischungen, die Auswahl ist groß. Die Küche ist bis 22 Uhr geöffnet, die Bar bis Mitternacht.


Drinks am Yppenplatz, bis Mitternacht.
Das Café Frida hat uns abends wie morgens begeistert. Es ist bunt und voller Leben, und es hat eine Haltung, die man spürt: Hier wird nicht gearbeitet, hier wird genossen. Dazu kommen ein reiches Bio-Frühstück aus regionalen Zutaten und Cocktails zu einem Preis, den man in Wien kaum noch findet. Ein Lokal zum Weiterempfehlen und Genießen.
Was uns überzeugt hat
- Lebendige, herzliche Atmosphäre, jeder Tisch besetzt
- „No laptop“: ein Ort zum Reden statt zum Arbeiten
- Reiches Frühstück, großteils bio und regional
- Cocktails um 9,90 Euro in sehr guter Qualität
Gut zu wissen
- Am Wochenende vorab reservieren
- Frühstück täglich bis 15 Uhr
- Küche bis 22 Uhr, Bar bis Mitternacht
- Laptops bleiben geschlossen
Fotos: Café Frida (cafefrida.at).
