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Halal: Muss man sich fürchten? Spoiler: Nein.

Was halal wirklich bedeutet, wie es schmeckt, ob Nicht-Muslime es essen dürfen und ob man nach dem dritten Döner plötzlich Moslem ist. Die Antworten, mit einem Augenzwinkern.

Halal heißt „erlaubt“Für alle essbarKein Grund zur Panik
Von der
Redaktion bestinvienna.at · 7. November 2026

Das Wort steht auf Schildern am Brunnenmarkt, an Dönerständen und mittlerweile auch im Supermarktregal. Und bei manchen löst es ein leichtes Unbehagen aus, als würde man mit jedem Bissen einen Vertrag unterschreiben, den man nicht gelesen hat. Zeit für Aufklärung. Mit Fakten und ein bisschen Knoblauchsauce.

Fürchten?Nein. Höchstens vor zu viel scharfer Sauce.
Geschmack?Huhn schmeckt nach Huhn. Versprochen.
Für Nicht-Muslime?Ja, ohne Ausweis und ohne Prüfung.
Wird man Moslem?Nein. Nur satt.

Frage 1Was heißt halal überhaupt?

Halal ist Arabisch und bedeutet schlicht „erlaubt“ oder „zulässig“. Das Gegenteil heißt „haram“, also verboten. Die Regeln dafür kommen aus dem Koran. Halal ist also weder ein Gericht noch eine Gewürzmischung noch eine Küche. Es ist eher ein Gütesiegel mit religiösem Hintergrund, vergleichbar mit „koscher“ im Judentum.

Und eigentlich geht es nicht nur ums Essen: Halal kann sich auch auf Kosmetik, Pflegeprodukte oder Verhalten beziehen. Hier bleiben wir aber beim Teller.

Frage 2Was ist nicht halal?

Die Liste ist überschaubar, für Wiener Ohren aber stellenweise schmerzhaft:

  • Schweinefleisch und alles, was vom Schwein kommt. Ja, auch das Schmalzbrot.
  • Alkohol, auch versteckt, etwa als Trägerstoff in Aromen. Der Spritzer ist also raus.
  • Blut und Produkte daraus. Die Blunzn hat leider keine Chance.
  • Gelatine vom Schwein, zum Beispiel in klassischen Gummibärchen, Joghurts oder Tortencremen.
  • Fleisch, das nicht nach den religiösen Regeln geschlachtet wurde, sowie Raubtiere und Raubvögel.
Bunte Gummibärchen in Reihen
Die wahre Gefahr: das Gummibärchen-Sackerl. Symbolbild.

Die eigentliche Gefahr in diesem Bericht lauert also im Gummibärchen-Sackerl. Für die gibt es übrigens längst Halal-Varianten mit Rindergelatine.

Frage 3Und was ist halal?

Fast alles andere. Obst, Gemüse, Brot, Milch, Eier, pflanzliches Öl und Reis sind von Natur aus halal. Ihr Erdäpfelsalat war also schon immer halal, er hat es nur nie an die große Glocke gehängt.

✗ Haram

  • Schwein & Schmalz
  • Alkohol
  • Blut, z. B. Blunzn
  • Schweinegelatine

✓ Halal

  • Obst & Gemüse
  • Brot, Reis, Erdäpfel
  • Milch & Eier
  • Rind, Lamm, Huhn nach Vorschrift
Bunter Gemüsestand am Markt
Alles hier ist von Natur aus halal. Symbolbild.

Bei Fleisch von Rind, Lamm oder Huhn kommt es darauf an, wie geschlachtet wurde.

Wiener Fun-Fact

Ein Wiener Schnitzel vom Kalb kann ebenfalls halal sein. Dafür muss das Fleisch entsprechend geschlachtet und darf nicht in Schweineschmalz herausgebacken worden sein.

Frage 4Sollten wir uns fürchten?

Kurze Antwort: Nein. Lange Antwort: Bei Halal-Fleisch gelten bei der Schlachtung eigene religiöse Regeln. Dazu gehören ein Gebet und bestimmte Schlachttechniken. Mehr Geheimnis steckt nicht dahinter, und natürlich gelten auch dafür die österreichischen Tierschutzgesetze.

Das Halal-Etikett auf einem Joghurt oder einer Packung Reis ist also kein Grund für Gänsehaut. Wer sich vor etwas fürchten will, nehme den letzten Bissen vom Döner mit zu viel scharfer Sauce.

Frage 5Wie schmeckt halal?

Nach dem, was es ist. Ein Halal-Huhn schmeckt nach Huhn, ein Halal-Lamm nach Lamm. Halal ist kein Geschmack, sondern eine Herstellungsregel. Manche schwören, dass halal geschlachtetes Fleisch zarter ist. Ob man das wirklich schmeckt, ist umstritten. Den Unterschied machen am Ende Qualität, Fütterung und die Person am Grill.

Adana Kebap mit Joghurt und gegrilltem Gemüse
Türkischer Gemüseeintopf

Türkische Küche am Brunnenmarkt: Adana Kebap und Gemüseeintopf im Kent in Ottakring.

Frage 6Dürfen Nicht-Muslime halal essen?

Selbstverständlich. Es gibt keine Regel, die das verbietet, und keinen Ausweis, den man am Dönerstand herzeigen muss.

Die meisten Wienerinnen und Wiener essen ohnehin regelmäßig halal, oft ohne es zu merken: beim Kebab, beim Falafel, beim Lahmacun oder beim Obst vom Markt.

Gedeckter Tisch mit Suppe, Hendl, Reis und Brot
Mittagstisch im Kent: Suppe, Hendl, Reis und Brot.

Frage 7Wird man zum Moslem, wenn man halal isst?

Vom Döner wird man satt, nicht muslimisch.Die Redaktion, nach intensiver Recherche am Dönerstand

Zum Islam tritt man bewusst über, mit einem Glaubensbekenntnis aus Überzeugung, nicht mit einer Portion Ćevapčići. Genauso wenig wird man durch ein koscheres Essen jüdisch oder durch einen Krapfen am Faschingsdienstag katholischer.

FazitHalal ist in Wien längst Alltag

Halal ist eine Speiseregel, kein Geheimbund. Wer neugierig ist, findet in Wien eine riesige Auswahl, vom Brunnenmarkt in Ottakring bis zu den besten Grillrestaurants der Stadt. Unsere Tipps dafür: die besten Döner in Wien und die besten türkischen Restaurants.

Gastgarten mit Brunnen von oben
Gastgarten am Brunnenmarkt: das Kent in Ottakring von oben.

Mahlzeit, oder wie man am Brunnenmarkt sagt: Afiyet olsun!

Stand: 7. November 2026. Quellen: Verbraucherzentrale („Halal essen: Wann ist ein Produkt halal?“), Planet Wissen (WDR). Bilder: Freepik (Symbolbilder), Kent Restaurant Ottakring.